Vienna Writer's Podcast

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episode 46: Erfolgreich Selfpublishen


“Ein Buch zu schreiben ist eine Rechenaufgabe.” Mit Janet Clark und Ivonne Keller über Selfpublishing als Hauptberuf. ***
Podwichteln
Danke an Magdalena und Andreas vom Duopreneur Podcast und an Patrick Baumann! Das war super spannend!
Zusammen mit Judith (@meeth_judith) und Vera (@verkuektheiten) habe ich den Zylonensender bewichtelt – wer Spaß an Battlestar Galactica hat, kann dort ja mal reinhören.
*** Links Ivonne Keller, publiziert unter Stina Jensen
Janet Clark Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL)
lektoren.de
Die Selfpublisherbibel Vellum Satzprogramm (Mac)
Papyrus
Scrivener
Calibre Distributoren BoD
BookRix
epubli (Neopubli)
Morawa Vröffentlichungsplattformen Amazon KDP
Tolino Media
Kobo Writing Life
iBooks Author Notizen Ivonne hat zuerst bei Knaur Spannungsromane veröffentlicht, bevor sie Selfpublisherin wurde. Vorteile des Veröffentlichens im Verlag:

  • professionelles Lektorat
  • professionelle Marketingfachleute
  • Vorschuss
  • mit den Büchern im stationären Buchhandel präsent
Als Selfpublisherin kauft sie die Dienstleistungen ein, die sonst vom Verlag geliefert werden: Lektorat/Korrektorat, Coverdesign. Als Selfpublisherin hat man die Chance, sich eine Lektorin zu suchen, mit der die Chemie stimmt – da kann man beim Verlag auch Pech haben. Lektoren und Lektorinnen kann man über Autorenverbände wie die Mörderischen Schwestern kennenlernen, aber auch über den Verband deutscher Lektorinnen udn Lektoren finden. Empfehlungen sind allerdings immernoch der beste Tipp. Ivonne investiert in die Veröfentlichung eines Buches – also Lektorat und Cover – heute rund € 1.500,-. Aber es ist auch mittlerweile ihr Brotberuf und es geht – insbesondere am Anfang – auch deutlich günstiger. Den Buchsatz macht Ivonne mit Vellum.
Man kann aber auch mit Papyrus, Scrivener und Calibre setzen. Wohin mit dem fertigen Buch?
Ivonne hat eine strategische Planung. Insbesondere der Veröffentlichungszeitraum ist ein spezieller Erfahrungswert. Es gibt bessere und schlechtere Zeiten – inhaltsabhängig (ein Silvesterroman verkauft sich schlecht im Juli!) aber auch genreabhängig. Ivonne hat mittlerweile Erfahrungswerte, wann sie besser einen Liebesroman veröffentlicht und wann besser einen Krimi.
Auch die Preisgestaltung plant Ivonne vorab. Im Sommer werden Bücher vornehmlich für günstige Preise gekauft. Im Winter wird mehr gelesen. Für Marketing gibt Ivonne rund € 300,- aus.
Pro-Tipp: Nicht sofort nach Veröffentlichung die Werbung schalten, damit das Buch erst bei allen Plattformen in den passenden Kategorien zu finden ist. Für die Sichtbarkeit ist es wichtig, dass man ca. 1-2 Wochen nach Veröffentlichung einen echten Peak in den Verkäufen hat. Wenn das Buch ein oder zwei Tage auf den Plattformen gut platziert ist, dann ist es wie ein Abschubsen auf der Schaukel. Diese ein oder zwei Tage machen es aus. Die drei Erfolgsfaktoren für ein Buch:
  • gutes Cover
  • guter Klappentext
  • guter Preis Preis
Ivonne veröffentlicht über Amazon und Tolino Media. Bei Amazon ist die Preistoleranz bei den Leser*innen niedriger. Hier sollte man (vor allem im Sommer) mit einem niedrigen Preis einsteigen. Eine Woche oder 14 Tage Preisaktion reichen für die Sichtbarkeit, dann kann man wieder auf den normalen Preis gehen. Der liegt bei Ivonne zwischen € 2,99 und € 5,99. Bei Verlagsautor*innen werden auch die eBooks um ca. € 10,- verkauft. Als Selfpublisher hat man allerdings eine ganz andere Marge. Ivonne veröffentlicht lieber auf Tolino Media, weil dort ihre Arbeit mehr wert ist. Ihre Geschichten werden dort zu einem höheren, einem angemesseneren Preis gelesen. Bei Amazon werden die Rankings nach verkauften Stück berechnet. Außerdem spielt das “Kindle unlimited” mit rein, bei dem Bücher ausgeliehen werden können. Mit Amazon Select kommt man mit weniger verkauften Stück im Ranking aber schneller nach oben. Bei Tolino Media richtet sich das Ranking nach den Umsätzen. Neben Amazon und Tolino gibt es noch Distributoren, die alles übernehmen.
BoD
BookRix
epubli (Neopubli)
Morawa Distributoren liefern an alle aus, auch an Kobo und iBooks.
Bei Distributoren gibt es auch das Taschenbuch inkl. ISBN mit dazu. Man kann auch ohne Distributoren arbeiten, wenn man alles selber macht. Allerdings muss man bei Preisaktionen dann wegen der Buchpreisbindung auf jeder einzelnen Plattform den Preis ändern. Damit ist man schon beschäftigt. Für das Printbuch kann man entweder einen Distributor nehmen, in dessen Paket die ISBN mit drin ist oder man kann auch ISBNs kaufen. Ivonne erzählt ihren Leser*innen bereits weit vor Veröffentlichung über Social Media vom neuen Buch. Die Vorbestellen-Funktion ist sehr gut und hilfreich. Wichtig sind die Kategorien, in die man es auf den verschiedenen Plattformen einsortieren (lassen) kann. Vorher sollte man Marktforschung betreiben, wie die Kategorien heißen, in denen andere erfolgreich verkaufen. Bei Tolino hat man drei Kategorien, die man vergeben kann. Bei Amazon ist es spezifischer und man kann bis zu fünf Kategorien angeben. Auch Schlagwörter sind sehr wichtig, damit das Buch in der Suche auftaucht. Sieben bis acht kann man vergeben, die alle gleichwertig behandelt werden. Für die Sichtbarkeit über Kategorien und Schlagwörter muss man allerdings schon einmal einen Verkaufs-Peak gehabt haben. Als hauptberufliche Selfpublisherin wird man zur Unternehmerin. Strategische Planung ist ein Muss. Man plant das eigene Business genauso, wie ein Verlag das tut. Geld verdienen mit den Büchern ist gleichbedeutend damit, dass die eigenen Bücher udn Geschichten gelesen werden! Pro Tipp: Die Selfpublisher Bibel!
Viele Selfpublicher*innen sind sehr hilfsbereit. Umsetzen muss man es aber immernoch selber. Für die Adresse, die im Buch angegeben werden muss, nutzt Ivonne einen Impressumsdienst. Wer bisher nur eine Facebook Fanseite hat und keine eigene Website oder einen Blog, sollte das jetzt langsam nachziehen. Durch die ganzen Facebook Skandale ist die Plattform auf einem absteigenden Ast. Einen Newsletter für Leser*innen zu haben und dort mit den Leser*innen zu interagieren ist ebenfalls unablässig. Für den Anfang kann man durchaus einen Distributor nehmen. Und man braucht nicht sofort viel Kapital. Es gibt für den Anfang auch kostengünstige Alternativen. Allerdings: Es gibt nur einen ersten Versuch.
Ein Distributor nimmt einem viele erste Hürden, auch technische. Bei den Plattformen braucht man ein paar Wochen Vorlaufzeit für Anmeldung, das Ausfüllen der Steuerformulare, etc. Für Ivonne ist es mittlerweile ein Vollzeitjob und hat mit Romantik nichts zu tun. “I hate writing, but I love having written.”
Das Gefühl kennen wir alle. Jedes Projekt hat seine Durststrecken. Im letzten Jahr hat Ivonne 4 Bücher geschrieben, 3 Liebesromane und einen Krimi. Sie schreibt sechs Wochen und hat dann noch 4 Wochen für Lektorat. Cover und Marketingplanung laufen nebenher. Sie veröffentlicht also alle drei bis vier Monate ein Buch. Ein Buch zu schreiben ist eine Rechenaufgabe. Die tägliche Wortzahl muss geschrieben werden, sonst muss am nächsten Tag doppelt schreiben!
Tägliches Wortziel: 3.000 Wörter. Aber dann hört sie auch mitten im Satz auf! Den Vienna Writer’s Podcast unterstützen Wenn Du mich und den Vienna Writer’s Podcast unterstützen möchtest, findest Du alle Möglichkeiten auf der Spendenseite
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 07 January 2019  1h3m